Zimtsternzauber: Tag 21

Wer die Wahl hat …

Zoe

»Was zur Hölle macht er hier?«
Der entgeisterte Gesichtsausdruck meiner besten Freundin könnte mich zum Schmunzeln bringen, wenn die ganze Sache nicht so verdammt vertrackt wäre.
»Er ist als meine Begleitung hier.«
Tinas schwarze Augenbrauen fahren nach oben und ich schwöre, dass sogar die Spitzen ihrer kurzen Haare irritiert aufzucken.
»Das ist nicht dein Ernst. Bitte sag mir, dass ich zu viele Cocktails getrunken habe und Oliver nicht dort vorne an der Theke steht. Und sich mit Max unterhält.«
»Was?« Erschrocken folge ich ihrem Blick. Mist! Mein »Wie-auch-immer-Ex«-Freund stößt in diesem Moment mit Max an. Dem Max, mit dem ich vor nicht einmal zwei Wochen ein Date hatte. Scheiße! Was hat mich nur dazu gebracht, ihn herzubringen?
»Also, warum ist er hier?« Ab und zu glaube ich echt, dass Tina Gedanken lesen kann.
»Er hat sich bei mir entschuldigt. Es tut ihm leid, was er getan hat. Und er vermisst mich.«
Tina sieht aus, als hätte ich ihr endgültig erklärt, dass ich verrückt bin. Und wenn ich ehrlich bin, fühle ich mich auch so.
»Und das glaubst du ihm?«
Oh ja, das würde ich gerne! Wie oft habe ich mir in den letzten Wochen gewünscht, die Zeit zurückdrehen zu können und mein Leben mit Oliver wiederzuhaben. Aber dann denke ich wieder daran, was er mir angetan hat – vermutlich nicht zum ersten Mal – und ich fühle mich wahnsinnig naiv. Und verletzt. Und gedemütigt.
»Nein.« Ich greife nach meinem Mai Tai, der auf dem Stehtisch vor uns steht, und nehme einen tiefen Schluck.
Es ist Donnerstagabend und wir sind auf unsere Betriebsweihnachtsfeier. Die Agentur hat sich dieses Jahr nicht lumpen lassen und einen angesagten Club gemietet. Scheinwerfen zucken über die Tanzfläche, ein DJ legt die aktuellen Charts auf, während Tina und ich uns durch das Cocktailangebot trinken und Kanapees futtern. Oliver mitzunehmen war eine spontane Entscheidung. Er hat mir am Dienstagmorgen die Ohren vollgeheult und aus einer Laune heraus, habe ich ihn heute Mittag eingeladen. Wenn ich ihn mir allerdings jetzt betrachte, wie er sich bestens mit Max amüsiert, war das definitiv die falsche Entscheidung.
»Ich wollte einfach nicht alleine hier auftauchen.«
Ich brauche Tina nicht zu erklären warum. Sie weiß alles von unserem Trip nach New York. Zumindest alles von Cedrik und mir. Die Machenschaften der Nero Investment Group sowie Cedriks Vater habe ich mit keinem Wort erwähnt.
»Du weißt, dass er heute nicht im Büro war, daher glaube ich nicht, dass er hier auftaucht. Gerüchten zur Folge hat er hingeschmissen.«
Er. Cedrik.
Schmerz durchzuckt mich, will mich daran erinnern, dass da mehr ist, als die Leere in meinem Herzen, aber ich ertränke ihn mit dem nächsten Schluck Mai Tai. Heute Abend nicht. Heute Abend werde ich nicht an ihn denken.
»Und wenn schon. Das ist sein Problem.«
Meine Hand krallt sich um das kalte Glas. Tina weiß genau, dass ich das nur sage, weil ich nicht darüber sprechen will und nicht, weil es mich nicht interessiert. Denn natürlich tut es das. Jedes kleine Detail, jede Information … Rückfall! Noch ein Schluck!
»Habt ihr … habt ihr noch einmal miteinander gesprochen?« Tina meint es gut. Weh tut es trotzdem.
»Nein.«
»Zoe, ein Blinder kann sehen, dass du in ihn verknallt bist.«
Ich bedenke sie mit einem wütenden Blick. »Du weißt, was er zu mir gesagt hat. Da war nichts zwischen uns. Zumindest nichts Ernsthaftes.«
Tina presst ihre Lippen zusammen. Sie widerspricht mir nicht, allerdings sehe ich ihr deutlich an, dass sie anders darüber denkt. Aber das tut nichts zur Sache. Cedrik will mich nicht, das hat er mir klar gesagt. Und ich habe mir vorgenommen, nach vorne zu sehen. Bald ist Weihnachten und danach Silvester. Ein neues Jahr. Und meine Vorsätze sind diesmal eindeutig: eine neue Wohnung, ein neuer Job, ein neuer Mann.
»Guten Abend die Damen.«
Ich hebe meinen Blick, der sich in dem orangenen Cocktail verhakt hatte, und schaue in Max‘ hellblaue Augen.
»Hey!«
Oliver stellt sich neben mich, legt seinen Arm besitzergreifend um meine Taille. Ich trete einen Schritt zur Seite, weil mir das Platzhirschgetue zu viel ist, aber er greift nach, bis ich wie im Schreibstock eingeklemmt an ihm klebe.
»Hi Max!« Tina prostet ihm zu. Keine Sekunde später bemerke ich, wie sie sich unauffällig ein wenig näher an Max heran lehnt und ihn in ein Gespräch verwickelt.
»Du hast nette Kollegen.« Olivers Stimme dringt in mein Ohr, viel zu nah, als dass es mir angenehm wäre.
»Du kennst Tina«, entgegne ich genervt, immerhin ist sie meine beste Freundin. Sie hat Oliver in den letzten Jahren öfters gesehen und kann ihn bis heute nicht leiden.
»Natürlich.«
Das Lächeln auf seinen Lippen ist nicht echt. Ebenso wenig, wie der liebevolle Blick, den er mir jetzt zuwirft. Alles an mir schreit danach wegzurennen, ihn von mir zu drücken, aber ich tue es nicht.
»Willst du tanzen?«
Ein Seufzen entfährt mir. Es wäre vernünftig nach Hause zu fahren und die Sache mit Oliver ein für alle Mal zu beenden. Denn ich will nichts mehr von ihm. Das signalisieren mir mein Körper und auch mein Herz mehr als deutlich.
»Nein. Lass uns …« Ich breche ab, erstarre mitten im Satz. Kälte kriecht über meine Haut und gleichzeitig beginnt mein Herz zu rasen. Nein. Nein. Nein.
Graublaue Augen finden meine, mustern mich abschätzend und blitzen belustigt auf. Ich schlucke hart. Nein. Nicht hier, nicht heute, wo ich mich schon in Sicherheit wähnte.
»Lass uns tanzen!« Meine Stimme klingt Meilen weit entfernt und ich realisiere kaum, wie ich Olivers Hand greife und ihn regelrecht auf die Tanzfläche zerre.
Er folgt mir, ohne zu zögern, legt die Hände um meine Taille und gemeinsam beginnen wir uns hin uns her zu wiegen.
»Zoe, ich wollte über etwas mit dir sprechen.«
»Mmh.« Ich sehe ihn nicht an. Ich höre ihm noch nicht einmal richtig zu, da meine ganze Aufmerksamkeit auf Cedrik liegt, der sich an den Tisch zu Max und Tina gesellt hat. Er trägt eine dunkle Hose und ein weißes Hemd, seine Haare sind verwuschelt und insgesamt wirkt er überraschend entspannt. Nichts deutet darauf hin, dass er gekündigt hat, oder dass das Gespräch mit seinem Vater über die Nero Investment Group schlecht gelaufen wäre. Oder, dass es ihn in irgendeiner Weise mitgenommen hat, mir am Montagnachmittag das Herz zu brechen. Scheiße!
In diesem Moment lacht er, und obwohl ich das Geräusch durch die laute Musik um mich herum nicht hören kann, stellen sich mir die Nackenhaare auf. Ich gönne ihm das Lachen nicht. Ich gönne ihm auch seine beschissene Gelassenheit nicht. Dafür hat er mich zu sehr verletzt.
»Du erinnerst dich sich an das kleine Chalet meiner Eltern in der Schweiz. Sie haben es über Silvester nicht vermietet und ich würde gerne mit dir dort hin. Um unseren Neuanfang zu feiern.«
Hände gleiten über meinen Rücken, landen auf meinem Po.
»Was?«
Energisch nehme ich ein wenig Abstand und löse Olivers Hände von meinem Hinterteil. Das geht das doch zu weit.
Er runzelt die Stirn. »Das Chalet? Silvester?«
Zur Hölle, ich habe keine Ahnung, was er gerade gesagt hat. Dafür bin ich mir Cedriks Blick, der jede meiner Bewegungen verfolgt, überdeutlich bewusst. Verdammt, was macht er hier? Er sollte nicht hier sein. Er sollte irgendwo in einem dunklen Keller verrotten, alleine, einsam, mit einem gebrochenen Herzen, so wie ich. Konzentrier dich Zoe, ermahne ich mich selbst, weil ich das dumpfe Gefühl habe, auf die nächste Katastrophe zuzusteuern.
»Oliver, es tut mir leid. Es war ein Fehler, dich heute mitzunehmen, das mit uns wird nichts mehr.« Wow, seit wann bin ich so vernünftig?
Er lässt mich los. Verzieht sein Gesicht zu einer wütenden Fratze und es tritt wieder der Ex-Freund zu Tage, der mich am 18. Oktober aus der Wohnung geworfen hat.
»Ist es wegen ihm?« Mit einem Nicken deutet er in Richtung Tisch. Ob er jetzt Max oder Cedrik meint, kann ich nicht sagen, da beide noch bei Tina am Tisch stehen. Aber dass er den Grund für unsere Trennung nicht bei sich sucht, sondern einen anderen Mann dafür verantwortlich macht, bringt das Fass zum Überlaufen. Wut ballt sich in meinem Magen zusammen, vermischt sich mit der Enttäuschung und dem Schmerz der gesamten letzten Wochen, und meine ganze Frustration drängt an die Oberfläche.
»Hast du auch mal eine Sekunde darüber nachgedacht, wie es mir geht? Was du mir …« Weiter komme ich nicht. Und das ist auch besser so, weil ich ihm sonst vor all meinen Arbeitskollegen – und Cedrik – eine Szene gemacht hätte.
»Darf ich abklatschen?«
Eine dunkle Stimme lässt mich innehalten. Olivers Augen sprühen vor Wut.
»Ja!« Bevor er antworten kann, drehe ich mich zu Max herum.
Ich lasse Oliver einfach stehen, schere mich nicht länger darum, ob er hinter mir stehen bleibt oder verschwindet. Ich reiche Max meine Hand und er zieht mich außer Reichweite.
»Es sah aus, als ob er Hilfe gebrauchen könnte.« Er, nicht ich.
»Wieso er?«
Der DJ startet mit Rocking around the Christmas Tree die Weihnachtsoffensive.
Max‘ Mundwinkeln zucken amüsiert und seine hellblauen Augen blitzen mich an. »Weil du ihn vermutlich gleich K.O. geschlagen hättest.«
Ich schnaube entrüstet. »Er hätte es verdient.«
»Ohne Zweifel.« Weiß er, was Oliver getan hat? Hat Tina ihm etwas erzählt? Oder Cedrik? Allein der Gedanke, dass Cedrik mit ihm über mich gesprochen hat, jagt einen Schneesturm durch meinen Bauch und ich kann nicht verhindern, erneut einen Blick in seine Richtung zu werfen. Hat er nach Montag doch noch einmal an mich gedacht?
»Umpf«, entfährt es mir frustriert und ich zwinge mich, wieder Max anzusehen. Das alles führt zu nichts als Ärger.
Max grinst mich verschwörerisch an, als wüsste er genau, was ich denke.
»Hat Cedrik tatsächlich gekündigt?«, frage ich ihn, da sowieso offensichtlich ist, dass ich an ihn gedacht habe.
»Das musst du ihn schon selbst fragen.«
Ein neues Lied beginnt und obwohl All I Want for Christmas is you eher rockig ist, zieht Max mich näher an sich heran und legt seine Hände auf meinen Rücken. Direkt oberhalb meines Pos, aber doch zu tief als das keine Absicht dahinter wäre. »So, dann wollten wir das Raubtier mal auf seine Beute aufmerksam machen.«
Bitte?
»Bezeichnest du mich gerade als Beute?« Ich hebe meinen Kopf in seine Richtung. Max‘ Gesicht ist direkt vor meinem und sein Aftershave dringt in meine Nase.
»Jep. Und jetzt lass uns eine Show liefern, Baby!« Eine Show? Für wen?
Ich komme nicht mehr dazu, zu protestieren. Seine Hände fahren meinen Rücken hinauf, während er seine Hüften gefährlich nahe an mein Becken drückt. Max bewegt sich im Takt der Musik, dreht mich auf die Tanzfläche, zieht mich wieder zu sich. Meine Hände landen wie von selbst auf seiner muskulösen Brust, fahren über seinen flachen Bauch. Max ist ohne Zweifel attraktiv und hat seinen ganz eigenen Charme. Und ich wäre keine Frau, wenn ich das nicht bemerken würde. Sein Blick nimmt mich ein, hellblaue Augen, die fröhlich blitzen und jede Menge Spaß versprechen. Mein Atem stockt, als er seinen Kopf beugt und seine Wange an meine legt.
»Vorsicht Zoe! Wir sollten Cedrik nicht zu sehr reizen. … Ist Tina eigentlich Single?«
Sein Atem kitzelt mein Ohr, rennt wie ein heißer Schauer über meine Haut, dennoch muss ich schmunzeln.
»Ist sie«, flüstere ich zurück, als sich Max langsam von mir löst. Seine Freude ist ansteckend und er lenkt mich ein wenig von den nervigen Dingen – oder Personen – heute Abend ab.
Max grinst mich frech an und zwinkert. »Lass uns zum Tisch zurückgehen. Ich glaube, sonst kassiere ich heute Abend noch einen rechten Haken.«
Ich folge zögernd, weil Cedrik immer noch neben Tina an unserem Tisch steht. Dann gebe ich mir einen Ruck. Ich lasse mir doch von dem Arschloch nicht den Abend ruinieren!
Allerdings beachtet mich Cedrik gar nicht, als wir wieder zu den anderen stoßen, daher greife ich zunächst nach meinem halbvollen Cocktailglas und nehme einen Schluck. Das süße Getränk rinnt kalt meine Kehle hinab, während sich der Rum sofort warm in meinem Körper verteilt. Ich liebe Mai Tais!
Als jemand dicht neben mich tritt, versteife ich mich trotzdem sofort.
»Zoe.«
Nein. Nein. Nein.
Ich bin wütend auf ihn.
Ich hasse ihn.
Er hat mir wehgetan, mehr als einmal.
Ich bin in ihn verliebt.
Verzweifelt beobachte ich das Zucken der Scheinwerfer auf dem Fußboden, bis sich zwei schwarze Schuhe in mein Blickfeld schieben. »Hast du es so nötig?«
Erschrocken reiße ich den Blick hoch. Ein Sturm tobt in seinen Cedriks Augen, lässt sie dunkler wirken, als sie sind.
»Wie bitte?« Enttäuschung zerrt an meinen Nerven, Verzweiflung. Er steht so nahe vor mir, dass ich nur die Hand ausstrecken müsste, um ihn zu berühren. Dumpf dringen Wortfetzen eines Gespräches von Tina und Max zu mir herüber, aber ich folge ihnen nicht. Meine ganze Aufmerksamkeit ist gefesselt von dem Mann vor mir.
»Du willst ernsthaft zu deinem Ex-Freund zurück? Ein wenig mehr Rückgrat hätte ich dir schon zugetraut.«
Tränen schießen mir in die Augen und meine Hände ballen sich zu Fäusten. Ich bin so wütend, dass ich das Gefühl habe, gleich zu platzen.
»Und dann diese Nummer mit Max eben.« Er knurrt. Und klingt beinahe eifersüchtig. Aber warum? Er hat mir erklärt, dass zwischen uns nicht laufen wird, dass er weder Nerv noch Zeit für eine Beziehung hat.
»Was soll das, Zoe?«
Das Atmen fällt mir schwer, ich bekomme keine Luft mehr. Verzweifelt schließe ich die Augen, versuche, meine aufgebrachten Gefühle zu kontrollieren. Aber Cedriks Nähe haut mich um. Meine Haut kribbelt, kann sich nicht entscheiden, ob vor Verlangen oder Wut. Denn beides löst dieser verdammte Kerl in mir aus.
»Ich habe einen netten Abend, mehr nicht.« Ha, ha, ha! Nicht einmal ich glaube mir meine Worte. Und Cedrik tut es offensichtlich ebenfalls nicht.
Er tritt einen Schritt näher an mich heran, bis kein beschissenes Blatt Papier mehr zwischen uns passt. Dennoch berührt er mich immer noch nicht.
Ich starre auf sein weißes Hemd, wandere mit meinen Augen langsam die kleinen Plastikknöpfe hinauf und die Tatsache, dass ich ganz genau weiß, was hinter dem weißen Stoff liegt, hilft mir in diesem Moment keinen Schritt weiter. Ganz im Gegenteil. Meine Kehle wird eng, mein Mund ist staubtrocken.
»Ich glaube dir kein Wort.«
Die Zeit bleibt stehen, als seine Augen meine treffen. Um uns herum wird es still, obwohl immer noch Have yourself a merry little Christmas im Hintergrund dröhnt, Tina und Max mit uns am Tisch stehen, und mindestens dreißig Kollegen um uns herum tanzen.
Eine Berührung an der Wange lässt mich zusammenzucken, bevor heißes Feuer über meine Haut rennt. Mein Kopf ist leer und mein Herz hat eindeutig aufgehört zu schlagen. Ich spüre nur noch Cedriks Hand auf meiner Wange, sehe nur noch seine blaugrauen Augen, fühle seinen Atem auf meinen Lippen, als er sich zu mir beugt.
»Du bist in mich verliebt, Zoe. Nur deshalb veranstaltest du so ein Theater.«
Ich halte inne. Und Cedriks Arroganz, die ich seit meiner Schulzeit so verteufelt habe, pflügt wie eine Axt durch meine verwirrten Gefühle. Er ist ein Jäger, ein Raubtier, das gerade dabei ist, seine Beute zu reißen. Hier geht es überhaupt nicht um mich.
»Du verdammtes Arschloch!«
Cedrik lacht leise. »Vielleicht.« Seine Hand liegt immer noch auf meiner Wange und mit seinem Daumen streichelt er sanft über meine Haut. Er spielt mit mir. Wie er es schon sein ganzes Leben lang getan hat. »Aber ich habe die letzten Tage viel über mich gelernt. Und da ist eine Sache, die ich noch nicht ganz begreife.«
Ich zittere vor unterdrückter Wut. Auf ihn, auf mich, auf Oliver und jede einzelne verlorene Träne, die ich in den letzten Wochen geweint habe. Erst jetzt bemerke ich, dass meine Hände auf Cedriks Brust liegen. Aber anstatt ihn von mir zu drücken, kralle ich mich an ihm fest.
»Kannst du mir mal verraten, was du da tust, du Schlampe?«
Eine wütende Stimme direkt hinter mir bringt unsere Blase zum Platzen. Eine Hand zerrt besitzergreifend an meiner Schulter, gräbt sich in meine Haut und tut mir weh.
Ruckartig löst sich Cedrik von mir. In seinem Gesicht zuckt etwas auf, bevor er seinen Mund zu einem schiefen Grinsen verzieht. Aber ich beachte ihn nicht länger, sondern drehe mich zu Oliver herum, hebe meine Hand und gebe ihm eine schallende Ohrfeige.

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